Untersuchung


   

 

Konservierung und Restaurierung beschränkt sich nicht allein auf die praktische Arbeit, sondern umfasst darüber hinaus die theoretische Auseinandersetzung mit dem Objekt auf der Grundlage einer wissenschaftlich fundierten Voruntersuchung. Das zu behandelnde Kunstwerk oder Denkmal sollte in möglichst all seinen Dimensionen erfasst werden, um den Bestand, die Substanz sowie mögliche Schäden bewerten zu können und darauf fußend ein Behandlungskonzept zu entwickeln.

Eine solche Bestandsaufnahme sollte jeder Konservierung und/oder Restaurierung vorausgehen. Sie hat die Entwicklung eines umfassenden Konzeptes zum bestmöglichen Erhalt der überlieferten Substanz unter Berücksichtigung aller zu tätigenden restauratorischen Eingriffe zum Ziel.

In einer solchen Untersuchung wird das Objekt identifiziert, seine Bestandteile werden bestimmt und seine Bedeutung als Kulturgut beurteilt. Darüber hinaus ist es notwendig, den historisch gewachsenen Bestand zu erfassen und Veränderungen sowie Ursachen für Schäden zu benennen.

Die Ergebnisse einer Voruntersuchung müssen am Ende ausgewertet und die Konsequenzen möglicher konservatorischer sowie restauratorischer Maßnahmen überdacht und bewertet werden. Eingriffe in die originale oder auch gewachsene Substanz eines Objekts sollten so gering wie möglich gehalten und materialschonend durchgeführt werden. Hierbei ist zu bedenken, dass jeder restauratorische Eingriff eine Veränderung des überlieferten Bestandes bedeutet und neue Prozesse im Objekt auslösen kann.

Daher ist es oberstes Ziel, die potenziellen Maßnahmen nicht nur aufzuzeigen, sondern den Einfluss dieser Maßnahmen auch Jahrzehnte nach einem Eingriff noch abschätzen zu können.

Vor diesem Hintergrund sind zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden stets die erste Wahl, allerdings nicht immer ausreichend und müssen daher durch zerstörungsarme Methoden, die einen Eingriff ins Objekt voraussetzen, ergänzt werden.

Aufgrund der Komplexität historischer Techniken und Materialien sowie deren Alterungszustände und individueller Restaurierungsmethoden sind wir der Auffassung, dass nur qualifizierte Restauratoren der jeweiligen Fachbereiche für die Ausführung solcher Untersuchungen in Frage kommen dürfen, denn umfangreiche Kenntnisse sind erforderlich um individuelle, auf das jeweilige Objekt abgestimmte Behandlungskonzepte zu entwickeln.

Bei Bedarf müssen solche Untersuchungen interdisziplinär, in Zusammenarbeit mit Denkmalpflegern, Kunsthistorikern, Naturwissenschaftlern sowie Restauratoren anderer Fachbereiche durchgeführt werden.

Auf dieser Basis entsteht die Grundlage für verantwortungsvolles restauratorisches Handeln.